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Wissensökologie

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  1. Einleitung
  2. Informationsethischer Kontext
  3. Kernfragen
  4. Derzeitige Entwicklungen
  5. Experten des Themengebietes
  6. Spezifische Quellen

1. Einleitung

So wie die Entwicklung abschneidende Verschwendung (Annihilation) natürlicher Ressourcen zur Einsicht zum ökologischen Protest und endlich zur Selbstverständlichkeit von Ökonomie und Ökologie geführt hat, so sollte die künstliche Verknappung von Wissen undInformation eine Wissensökologie (als Protestbewegung) provozieren, die schließlich unter dem Primat der Nachhaltigkeit eine zukünftige (nicht-proprietäre) Wissensökonomie begründet.
Einer Wissensökologie liegt die allgemeine Annahme zugrunde, dass über Wissen und Information zunehmend die neuen elektronischen Räume gebildet werden, in denen sich die Menschen wie in neuen Umwelten bewegen.
Auch diese Räume, wie die bislang im Zentrum der Ökologie stehenden Natur-Räume, müssen unter nachhaltiger Perspektive als Umwelten gestaltet werden. Zentrales Ziel einer Wissensökologie ist, dass in der Gegenwart, aber auch für zukünftige Generationen der freie Zugriff auf Wissen und Information gesichert bleibt. Wissen und Information darf nicht im Interesse einer kurzfristigen Kommodifizierung bzw. Kommerzialisierung von Wissen künstlich verknappt. Ihre Produktion und Nutzung darf nicht über nichttransparente und nicht-nutzerautonome (technische) Maßnahmen, z.B. eines Digital Rights Management ohne User Rights Management, umfassend kontrolliert und manipuliert werden.
Es muss Sorge dafür getragen werden, dass angesichts des flüchtigen Charakters elektronischer Information geeignete Verfahren entwickelt und entsprechende Organisationsmaßnahmen getroffen werden, um die Langzeitverfügbarkeit auch des elektronisch repräsentierten Wissens zu sichern. Langzeitarchivierung ist auch Bestandteil einer nachhaltigen Wissensökologie.
Wissenschaftliche Invention, wirtschaftliche Innovation, Teilhabe am öffentlichen demokratischen Geschehen und jede individuelle kreative Initiative zur Erschaffungvon kultureller Vielfalt gedeihen nicht in einem Klima der Verknappung von Wissen, sondern nur in einem Klima der Offenheit und Freizügigkeit, in dem allen der freie Zugriffzu fairen Bedingungen ermöglicht wird.
Sicherung des gemeinsamen öffentlichen Gutes (Commons) Wissen sowie Bewahrung und Förderung der Vielfalt der Kultur- und Wissensgüter sind ebenfalls zentrale Ziele einer nachhaltigen Wissensökologie.

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2. Informationsethischer Kontext

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3. Kernfragen/-themen

Prinzipien

  • Teilen, Bereitstellen von Wissen
  • freier Zugriff auf Wissen Reduzierung/Neustrukturierung von Mittlern zugunsten P2P
  • Anerkennung von Wissensproduktion, unabhängig von Verwertungsansprüchen
  • Bewahrung und Förderung kultureller Vielfalt als Bedingung für Entwicklung
  • Überwindung von Wissensklüften
  • keine Pauschalierung von Wissen, sondern individuelle Anrechnung und Abrechnung Themen
  • Überwindung von Digital Divide zur nachhaltigen Absicherung einer jeden Friedens-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik
  • Freier Zugriff auf Wissen
  • Langzeitbewahrung von Wissen
  • Nachhaltigkeit und Kreativität keine Universalisierung des Copyright-/Verwerter-Konzepts
  • Wissen als öffentliches Gut (Commons)

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4. Derzeitige Entwicklungen

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5. Experten des Themengebietes

 

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6. Spezifische Quellen


Informationsethik, Rainer Kuhlen

Zusammenfassung von Kapitel 8 

(Referenzen verweisen auf die Unterabschnitte des Volltextes – Buch erscheint 9/2004 in der Reihe UTB)

Wissensökologie als theoretischer Teil der Informationsethik bezieht die Idee der Nachhaltigkeit nicht mehr allein auf die natürlichen Ressourcen, sondern auch auf die intellektuellen Ressourcen bzw. auf den Umgang mit Wissen und Information. Dazu muss das Drei-Säulen-Modell der (sozialen, ökonomischen und ökologischen) Nachhaltigkeit um die kulturelle und informationelle Dimension erweitert werden. Ist das mit der Forderung nach dem Erhalt und der Förderung kultureller Vielfalt, in Analogie zur Biodiversität, schon geschehen, so müssen die Grundlagen eines nachhaltigen Umgangs mit Wissen und Information erst noch erarbeitet werden.

Nachhaltigkeit wird im philosophisch-ethischen Sinne als regulative Idee aufgefasst, die nicht nur zur Einsicht, sondern zu entsprechendem Handeln verpflichtet. Nachhaltigkeit kann also über das von Hans Jonas eingeführte Prinzip der Verantwortung zur ethischen Leitidee werden. Maßstab des Handelns ist die Beförderung inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit – im Kontext der Wissensökologie bezogen auf Gerechtigkeit beim Umgang mit Wissen und Information. So wie in den letzten Jahren die wechselseitige Beziehung von Ökonomie und Ökologie als selbstverständlich akzeptiert wurde, sehen wir den Bedarf, den etablierten Begriff der Wissensökonomie um den der Wissensökologie (passender als Informationsökologie) zu ergänzen. Wissen und Information sollen nicht allein dem kurzfristigen Ziel der ökonomischen Verwertung dienen, sondern unter dem längerfristigen Ziel der (individuellen und gesellschaftlichen) Weiterentwicklung behandelt werden. Anders als die natürlichen Ressourcen in der klassischen Ökologie müssen die intellektuellen Ressourcen gerade nicht unter dem Verknappungspostulat zur Vermeidung von Erschöpfung behandelt werden. Für Wissensökologie ist der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Freizügigkeit des Umgangs mit Wissen und Information zentral. Ohne eine ökologische Perspektive auf Wissen und Information werden sich keine nachhaltigen Wissensgesellschaften entwickeln können.

Für ein extensionales Verständnis von Wissensökologie unterscheiden wir zwischen fünf Sichten auf Wissensökologie bzw. auf nachhaltige Wissensgesellschaften: Die funktionale Perspektive (Produktion und Vermittlung von Wissen unter der Nachhaltigkeitssicht) (Abschnitt 8.3.1); die kommunikationsökologische Perspektive (Abschnitt 8.3.2); die zukunftsethische Perspektive (Abschnitt 8.3.3); die ökosoziale Perspektive (Abschnitt 8.3.4) und die wissensökologische Perspektive (Abschnitt 8.3.5). Wissensökologie setzt somit einen Akzent gegen die derzeit dominierende Kommodifizierung von Wissen und Information, die eher auf kurzfristige Verwertung und künstliche Verknappung des an sich freien Gutes des Wissens abhebt als auf langfristige Absicherung der Freizügigkeit beim Umgang mit Wissen und Information. Entsprechend werden erste materiale Bausteine einer Wissensökologie zusammen gestellt: Freier Zugriff auf Wissen und Information; Diskriminierungsverbot – Überwindung der digital divides; Sicherung des commons; Sicherung kultureller Vielfalt; Bewahrung von Kreativität und Innovation; Sicherung medialer Vielfalt; right to communicate; Kontrolle technischer Informationsassistenz durch Entwicklung von Informationskompetenz; Langzeitarchivierung/-sicherung von Wissen; Sicherung von Freiräumen privater Entwicklung. In einer Zusammenfassung werden fünf Thesen zur Wissensökologie aufgestellt: Nachhaltigkeit bedeutet Entwicklung; Nachhaltigkeit bedeutet soziale Gerechtigkeit Chancengleichheit und Nicht-Diskriminierung; das Konzept der Wissensgesellschaft marginalisiert nicht die Bedeutung der natürlichen Umweltund Ressourcen; im Kontext der Wissensökologie wird Verknappung ein ökologisch dysfunktionales Konzept; das wissensökologische Konzept ist verträglich mit einer nachhaltigen ökonomischen Entwicklung.

Wissensökologie als Grundlage der Informationsethik? Mag schon der Begriff der Informationsethik gewöhnungsbedürftig sein, so erst recht der der Wissensökologie. Kühn also der Versuch, beide Begriffe zusammen zu sehen[1]. Das wollen wir in diesem Abschnitt tun. Wir wollen herausarbeiten, dass die zentrale Zielsetzung der Informationsethik, nämlich die Bedingungen der Möglichkeit eines inklusiven und gerechten Umgangs mit Wissen und Information auszuloten, nur dann erreicht werden kann, wenn der Gedanke der Nachhaltigkeit auch auf die intellektuellen Ressourcen angewendet wird. Den nachhaltigen Umgang mit Wissen und Information wollen wir Wissensökologie nennen[Kuhlen 2004b].

Weniger kühn ist der Versuch, das Prinzip der Nachhaltigkeit in Beziehung zu Ethik allgemein zu setzen [Acker-Widmaier 1999]. Nachhaltigkeit wird im Allgemeinen als regulative Idee aufgefasst, also als ethisch-philosophisches Konzept:

„Die regulative Idee der Nahhaltigkeit bezieht sich im Unterschied zu beliebigen Zielen oder Leitbildern auf moralische Verpflichtungsgründe. Sie verbindet insofern den verpflichtenden (obligierenden) Sinn solcher Gründe mit einer zielgerichteten (teleologischen) Perspektive. Insofern ist, kantisch betrachtet, Nachhaltigkeit ein Ziel, das anzustreben zugleich eine Verpflichtung ist. Nachhaltige Entwicklung ist demzufolge als Entwicklung zu verstehen, die sich an dieser regulativen Idee orientiert“ [Ott 2003, 204].

Nachhaltigkeit ist also seit ihrem Einzug in die allgemeine ökologische Diskussion so etwas wie eine moralische Norm in Sinne der Generationenverantwortlichkeit, bislang in erster Linie oder sogar exklusiv auf die natürliche Umwelt und physische Güter bezogen. Wie wir sehen werden, bekommen ethische Werte wie Inklusivität, Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Solidarität (und viele andere) unter der Perspektive der Nachhaltigkeit nicht bloß neue Bedeutungsfacetten, sondern werden grundsätzlich neu interpretiert. Wir weisen nur auf die neue Dimension von Gerechtigkeit hin, wenn die grundlegende Idee von Nachhaltigkeit zu einer bis dahin in der Ethik nicht explizit formulierten Unterscheidung von inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit führt [Ott 2003,203ff].

Diese neue philosophische und ethische Sicht (im Anschluss an Hans Jonas) ist auch der Politik selbstverständlich geworden. Im Schlussbericht der Enquete-Kommission des Bundestages Globalisierung der Weltwirtschaft [Enquete 2002] heißt es in Kap. 8 Nachhaltige Entwicklung:

„Die nachhaltig zukunftsverträgliche Entwicklung ist hierbei als regulative Idee zu verstehen, vergleichbar mit den Leitideen Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit“ [a.a.O. 394].“

Und der Bericht fügt ein Zitat aus dem 98er Bericht der früheren Enquete-Kommission Schutz des Menschen und der Umwelt an, durch das klargestellt wird, dass ethische Zielsetzungen von Nachhaltigkeit immer auch ökonomische Relevanz haben. Nachhaltigkeit geht Ethik, Ökonomie und Politik gleichermaßen an:

„So ist die Herstellung von Gerechtigkeit oder Chancengleichheit aus primär sozialpolitischem Interesse nicht allein ein soziales Ziel, sondern auch Voraussetzung für langfristige ökonomische Leistungsfähigkeit und folglich auch ein ökonomisches Ziel“ [Enquete 1998, 33].

Auch die Kirchen erinnern im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung daran

„dass ethische Fragen und Werte wie Gerechtigkeit und Solidarität bei der Umsetzung von nachhaltigem Handeln eine entscheidende Rolle spielen“ [Perspektiven 2002, 67].

Noch programmatischer formuliert es die Bundesregierung in ihrem 2002 erstmals vorgelegten Bericht zur Nachhaltigkeitsstrategie selber[2]:

„Insgesamt liegt der Nachhaltigkeit ein ethischer Ansatz zu Grunde“ [a.a.O. 6]. „Der fundamentale ethische Grundsatz der Nachhaltigkeit stellt auf die Lebensperspektiven künftiger Generationen ab und lautet: Jede Generation muss ihre Aufgaben lösen und darf sie nicht den kommenden Generationen aufbürden“ [a.a.O. 5].

Diesen Gedanken wollen wir festhalten: Nachhaltigkeit hat über die gewiss vorhandene und bislang dominierende technische und ökonomische, ressourcenbezogene Sicht immer schon eine „kulturelle und ethische Dimension“ [a.a.O. 58].

Es ist gerade diese kulturelle Dimension, die die Neuausrichtung des Nachhaltigkeitsverständnisses an Herausforderungen des Umgangs mit Wissen und Information erleichtert – stehen doch kulturelle und informationelle Entwicklung in engem Zusammenhang. In der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung wird betont, dass kulturelle Vielfalt die Alternativen der Entwicklung offen hält; deshalb sei „kulturelle Vielfalt ebenso wichtig wie die biologische Vielfalt für die Natur“ [Perspektiven 2002, 29]. Dieses Argument der Parallelität von Biodiversität und kultureller Diversität [3] ist in der internationalen Politik Standard geworden, so auch in der UNESCO in ihrer 2001 verabschiedeten Deklaration zur kulturellen Vielfalt. In Art. 1 heißt es:

„As a source of exchange, innovation and creativity, cultural diversity is as necessary for humankind as biodiversity is for nature. In this sense, it is the common heritage of humanity and should be recognized and affirmed for the benefit of present and future generations.“ [UNESCO 2001].

In dem letzten Halbsatz (present and future) ist zugleich die Nachhaltigkeitsidee angesprochen, obgleich es sicherlich nicht unproblematisch ist, den Gedanken der natürlichen, sich in sehr langen Zeiträumen abspielenden Evolution, gesichert durch Variantenreichtum, auf die kulturelle Entwicklung zu übertragen, die sich in eher kürzeren Zeitläuften ereignet.

Die Erweiterung des Nachhaltigkeitsgedankens um Erhaltung und Förderung kultureller Vielfaltfand interessanterweise im Zusammenhang des Johannesburger Weltgipfels von 2002 öffentliche Beachtung, der sich ja im Grunde eher auf das klassische Nachhaltigkeitsverständnis (mit Bezug auf die natürlichen Ressourcen) bezogen hatte. Im White Paper on Sustainable Development, das die französische Kommission für den Johannesburger Weltgipfel erarbeitet hatte, heißt es:

„Cultural matters are rarely mentioned in documents relating to sustainable development. Culture is, however, an inescapable feature of sustainable development: it is a common feature of humanity and yet is undermined by globalization, which tends to encourage uniformity of thinking by promoting a single view of culture“ [White Paper 2002, 89].

In unserer Darstellung der Informationsethik fokussieren wir den Blick auf Nachhaltigkeit, indem wir die ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Dimensionen von Nachhaltigkeit zwar nie ausklammern, uns aber auf die Aspekte von Nachhaltigkeit konzentrieren, die mit dem Umgang mit Wissen und Information zusammen hängen. Das ist die neue und, wie erwähnt, noch gewöhnungsbedürftige Sicht auf Nachhaltigkeit. Wir übertragen also die ethische Dimension von Nachhaltigkeit allgemein auf die informationsethische Dimension für den Umgang mit Wissen und Information. Alle Themen der Informationsethik, alle Themen der Ausgestaltung der Informationsgesellschaft sollten daher aus der Perspektive der Nachhaltigkeit des Umgangs mit Wissen und Information behandelt werden [4]. Dazu stellen wir am Ende dieses Kapitels die ersten Bausteine einer zukünftigen Wissensökologie zusammen.



[1] In einer umfassenden Analyse der Definitionen von Nachhaltigkeit im deutschsprachigen Raum (durch die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen) sieht einzig die IFOK-Studie von 2002 (Nachhaltigkeit und Globalisierung, Partizipation, Demokratie – Identifizierung von Zusammenhängen und Gestaltungsansätzen) Nachhaltigkeit als eine Herausforderung an die Gestaltung von Kommunikationsprozessen [IFOK 2002]. Ansonsten überwiegen entsprechend dem Drei-Säulen-Modell (vgl. Abschnitt Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden.) die ökologischen, ökonomischen und sozialen Sichten; vgl. http://www.srzg.de/ndeutsch/5publik/Nachhaltigkeitslexikon.html - 151203.

[2] Zur Entwicklung von nationalen Nachhaltigkeitsstrategien haben sich die Unterzeichner-Staaten im Protokoll von Rio verpflichtet.

[3] [Schauer/Radermacher 2003, 61] sehen, ebenfalls unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten, parallele Bedrohungen für kulturelle und biologische Diversität durch Telemediatisierung (Einsatz von IKT). Einerseits: Globale Informationsgesellschaften begünstigen, so die Autoren, die Invasion westlicher Lebensstile mit dem Ergebnis der Nivellierung vertikaler Kulturen und der Begünstigung horizontaler Kulturen. Andererseits: IKT begünstigte die Invasion gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten mit dem Ergebnis der Nivellierung von Biotopen und der globalen Ausbreitung konkurrenzfähiger Arten.

[4] Konsequent trägt deshalb die Charta deutscher zivilgesellschaftlicher Gruppen, die sie als Beitrag zum Weltgipfel für die Informationsgesellschaft (WSIS) formuliert haben, die Überschrift Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft (http://www.worldsummit2003.de/ - 040903). Ebenso konsequent zählt in der internationalen zivilgesellschaftlichen Diskussion im Kontext von WSIS I (Genf 2003) Nachhaltigkeit zu den grundlegenden ethischen Prinzipien zur Entwicklung von Informations- und Kommunikationsgesellschaften. Die Bezeichnung Informations- und Kommunikationsgesellschaft/en hatte sich bei den WSIS-zivilgesellschaftlichen Gruppierungen durchgesetzt.



[sonstiges]
Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und dem Umgang mit Wissen und Information / Das Konzept einer Wissensökologie:

  • als Bedingung individueller Entwicklung
  • zur Bewahrung kultureller Vielfalt
  • zur Überwindung digitaler Klüfte
  • zur Entwicklung einer nachhaltigen Wissenswirtschaft
Sustainable development

Information and communication technologies must be designed and manufactured according to sustainable principles and must not consume for their production an intolerable amount of energy and natural resources.
Recycling technology for ICT equipment must meet the same high standards as those applied today for their production. In addition, sustainability is not only an objective for the preservation of natural resources but is also a challenge for knowledge and communication societies in securing the availability of knowledge by keeping the access channels open, in order to provide people today and in the future with a secure basis for action.Sustainable societies therefore require unhindered and inclusive use of knowledge and information.
As a consequence information and communication societies (ICS) are only sustainable:

  • when access to knowledge and information provides all peoples of the world with the opportunity for self-determined development in their private, professional and public lives;
  • when communities are empowered to develop their own productive forces and control the modes of production within ICS, in particular to participate in their development and sustenance through fully democratic processes that allow them to share control of decision making with respect to economic, cultural, environmental, and other issues concerning ICT-based projects;
  • when communities have the ability to participate directly in the development and maintenance of ICT-based solutions to their own problems;
  • when human rights, the protection of human dignity and the right to personal development are respected and guaranteed in the work environment; and
  • when development in the North is no longer carried out at the expense of the South, when the potential of men is no longer realised at the expense of women and when the disabled are fully included in the world of ICT and its services.

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Last Update: Februar 2009